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von Eva

Warum Marathon?

Ich habe mich entschlossen dieses Jahr beim Vienna City Marathon zu starten. Viele fragen sich wahrscheinlich: Warum? Warum gerade dieses Jahr?

Es ist richtig, dass Marathon und Ironman ganz unterschiedliche Belastungen darstellen. Ein guter Läufer im Rahmen eines Triathlons, ist nicht gleich ein schneller Läufer in einem klassischen Laufbewerb. Die Intensität ist eine vollkommen andere und der Rennverlauf ist nicht miteinander vergleichbar. Warum sich also diese Belastung antun, wenn es womöglich keinen Vorteil für die Triathlonbewerbe bringt, die in nächsten Zeit auf dem Programm stehen und die Endzeit auch fernab die einer reinen Marathonläufern sein wird?

Nach der Geburt unserer Tochter fand ich es schwer mich wieder für das regelmäßige Training zu motivieren. Gerade das Rad fahren machte mir lange Zeit keine Freude. Das lag vor allem daran, dass sich lange kein richtiger Leistungserfolg einstellte. Ich saß 4 Stunden auf dem Rad und es waren 4 sehr mühsame Stunden. Stunden in denen ich unter meiner gewohnten Wattzahl unterwegs war und ich mich trotzdem furchtbar anstrengen musste. Ich bestritt Ironman Rennen und Halb-Ironman Rennen und empfand die gesamte Renndauer anstrengender, als vor der Schwangerschaft, obwohl ich lange nicht an meiner Leistungsgrenze war. Es war schwierig, mich als Leistungssportlerin in diesen Rennen wiederzukennen. Ich bestritt die Rennen mit einer Intensität, die zwei Klassen unter dem Level war, das ich von mir kannte.

Die einzige Sportart, die mir in dieser Zeit wirklich Spaß gemacht hat, war das Laufen. Hier konnte ich Fortschritte erkennen. Ich konnte trainieren wie ich es gewohnt war und mich bis an meine Leistungsgrenze pushen.

Um meine Motivation für das Triathlon Training aufrecht erhalten zu können, setzte ich mir also ein Ziel, das kein Triathlon sein sollte aber auch nicht soweit vom eigentlichen Training entfernt war. Die Entscheidung fiel auf die Teilnahme am Vienna City Marathon. Zum einen, weil ich schon immer einmal bei dieser Veranstaltung dabei sein wollte und zum anderen weil es eine riesige Herausforderung darstellt. Für einen Marathon muss man trainieren, ganz klar. Den schüttelt man nicht einfach aus dem Ärmel. Wir setzten uns auch eine Zielzeit und definierten das Limit für die Leichtathletik Europameisterschaft. Es ist ein hohes Ziel, aber es war eine Zielsetzung die mich wirklich motivierte und auch noch im Rahmen des Machbaren war. Diese Motivation hat sich in mein gesamtes Training übertragen. Ich trainiere ja nach wie vor für Triathlon, mit einem leichten Fokus auf das Laufen. Mit der Trainingsdauer und dem damit einhergehenden Leistungsniveau, kann ich auch wieder optimistischer in Richtung Triathlon bzw Ironman blicken. Wenn ich an den Sommer denke und all die Rennen die ich für mich ausgesucht habe, bin ich wieder voller Zuversicht. Ich freue mich auf diese Saison und auf alle Rennen. Ich habe mit einem kleinen Umweg, wieder die Richtung für das eigentlich Ziel, die WM auf Hawaii, gefunden.

Die Entscheidung beim Vienna City Marathon zu starten ist allerdings schon im September letzten Jahres gefallen. Nachdem ich zwei Ironman Rennen beendet hatte und ich keine Begeisterung für weitere Rennen aufbringen konnte. Es ist, beziehungsweise, war eine wohl überlegte Entscheidung. Der Trainingsaufbau war dementsprechend auf beide Sportarten ausgerichtet, wenn auch das Triathlontraining im Vordergrund stand.

Mittlerweile fühle ich mich wieder fit und zwar in allen drei Disziplinen. Ich fühle, dass ich wieder bereit bin auch an der Startlinie zu einem Triathlon zu stehen. Ich weiß, dass es mir auch wieder Spaß machen wird und dass ich wieder aus dem vollem schöpfen kann.

Das Ziel einen Marathon zu laufen, hat mich motiviert weiter zu machen.

Ich werde diesen Ausflug in die Leichtathletik genießen und freue mich schon riesig auf den Start.

Der erste Testlauf findet auch schon dieses Wochenende, im Rahmen des Welser Halbmarathons statt.

LG Eva