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von Eva

Ironman Klagenfurt Bericht

Ironman Klagenfurt

Der Ironman Klagenfurt ist vorbei und ich könnte mit dem Resultat nicht glücklicher sein.
Ich wollte dieses Rennen unbedingt gewinnen, wusste aber zugleich, dass es sehr sehr schwer werden würde. Die Vorbereitung ist alles andere als perfekt gelaufen und viele Male mussten wir das Training umstellen und Einheiten ausfallen lassen. Meine Rückkehr zu einer soliden Form nach der Schwangerschaft habe ich mir deutlich leichter vorgestellt, als es am Ende war.
Erst im Jänner hat sich ein, mehr oder weniger, regelmäßiger Trainingsalltag eingestellt. Aber auch in den letzten sechs Monaten musste ich Rückschläge einstecken. Drei Wochen vor meinem ersten 70.3 Rennen hatte ich ein paar Tage Fieber und musste natürlich pausieren. Eine Woche später hatte ich einen kleinen operativen Eingriff und musste danach wieder eine ganze Woche Training streichen. Dennoch habe ich mich an die Startlinie zum 70.3 Barcelona gestellt und war mit dem 7. Platz nach dieser holprigen Vorbereitung auch mehr oder weniger zufrieden.
Ein paar Wochen später wurde ich beim Radtraining von einem Auto angefahren. Zum Glück kam ich mit Prellungen glimpflich davon aber in den Tagen danach musste ich wiederum Abstriche beim Training hinnehmen.
Dennoch hat es mein Trainer geschafft, mich mit einem guten Gefühl und noch viel mehr Motivation zum Ironman nach Klagenfurt zu schicken. Im Vorfeld konnte ich alle Sprintbewerbe und olympischen Distanzen gewinnen und Spitzenzeiten erzielen, die mehr als zufriedenstellend waren. Die Form war also da, die Frage war nur, ob ich schon in der Lage war, sie über diese lange Distanz zu halten.

Die Woche vor dem Ironman versuchte ich jeden Tag so lange wie nur möglich zu schlafen. Ich wusste, dass die Nacht von Samstag auf Sonntag immer eine kurze war. Aber sollte Kiana in dieser Nacht nicht ruhig schlafen, dann würde diese noch viel kürzer ausfallen. Dies war sie am Ende dann leider auch. Ich hatte gefühlt keine zwei Stunden geschlafen, weil meine Tochter keine Ruhe finden konnte. Das brachte mich aber nicht aus der Ruhe – ich hatte mich ja die ganze Woche davor schon auf diese mögliche Situation eingestellt. Um 4 Uhr Früh machte ich mich auf den Weg zum Frühstück. Gegen 5 erledigte ich alle meine Sachen in der Wechselzone und um 5:30 war ich am Schwimmstart. Dort erfuhr ich dann auch, dass wir mit Neopren schwimmen würden. Ich freute mich sehr, weil die Außentemperaturen sehr frisch waren und meine größten Bedenken waren, dass ich bereits im Schwimmen unterkühlen könnte.

Um 6:42 fiel der Startschuss für uns Damen. Ich kam gut weg und konnte auch einige Hundert Meter mit der Spitzengruppe mithalten. Leider verlor ich recht bald die schnellen Beine und schwamm dann mehr oder weniger alleine weiter. Mit meinem Schwimmen war ich nicht ganz so zufrieden. Ich hatte Probleme mit der Orientierung. Vermutlich hätte ich bei der Wettkampfbesprechung etwas besser aufpassen sollen und mich nicht auf meine Erfahrung aus dem Rennen vor 2 Jahren verlassen sollen. Insgesamt war meine Leistung, für die vielen Stunden die ich im Wasser verbracht hatte, etwas zu langsam, obwohl ich einen solchen Rückstand im Vorfeld als akzeptabel eingestuft hatte.

Mit meiner Radleistung bin ich zufrieden, wenn ich sie meinem Trainingsaufwand gegenüber stelle. Wir hatten leider nicht genug Zeit um eine ordentliche Radform aufzubauen und das muss ich dann auch realistisch betrachten. Zudem hatte ich am Renntag auch mental zu kämpfen. Ich hatte ganz vergessen wie langweilig 180km auf dem Rad sein können. Nicht nur ein Mal hatte ich daran gedacht vom Rad zu steigen. Es waren lange 5 Stunden und die Zeitstrafe die ich auf der ersten Runde (welche aus meiner Sicht nicht wirklich gerechtfertigt war) trug nicht viel dazu bei, meine Motivation zu heben. Trotzdem habe ich mich durchgekämpft, obwohl ich Zweifel bekam wie noch nie zuvor, ob ich überhaupt noch einen Marathon durchstehen würde.

Nach etwas mehr als 5 Stunden habe ich die Wechselzone dann doch zum zweiten Mal an diesem Tag erreicht. Ich dachte nur: Wenn du es schon einmal so weit geschafft hast, dann kannst du es zumindest mit einem Lauf versuchen. Also suchte ich meinen Beutel, schlüpfte in meine Schuhe und joggte los. Die Beine fühlten sich überraschenderweise richtig gut an. Die Stimmung an der Strecke war fantastisch. Meine Uhr zeigte mir auf den ersten Kilometern einen 4min/km Schnitt an und meine Beine konnten diesen Rhythmus locker laufen. Das oberste Ziel in meinem Kopf war nun das Finish. Ich wollte das Rennen mit einem guten Gefühl beenden und keinen Einbruch erleiden. Nach etwa 6km riefen mir die ersten Personen zu, dass sich mein Rückstand auf die ersten beiden Damen deutlich verkleinerte. Ich versuchte mich dadurch nicht beirren zu lassen. Auf keinen Fall wollte ich zu übermütig werden und nach 30km kraftlos das Rennen aufgeben müssen. Nach etwa 12km konnte ich Corinne Abraham, welche an der zweiten Position lag, überholen. Ich freute mich, ganz klar, aber gleichzeitig wusste ich, dass auf den letzten Kilometern noch viel passieren kann. Mit voller Konzentration ging es weiter, bis ich bei der Halbmarathonmarke die führende Dame Michelle Vesterby überholen konnte. Meine Beine wurden etwas müde und mein Kilometerschnitt wurde auch etwas langsamer. Noch dazu kam, dass mir mitgeteilt wurde, dass mir Corinne ganz schön dicht auf den Fersen war. Mit einem Vorsprung von weniger als 1 Minute konnte ich mich alles andere als ausruhen und musste versuchen das Tempo hoch zu halten. Leider war mein Tempo für sie nicht hoch genug, denn bei Kilometer 30 war mein Vorsprung immer noch nicht gewachsen, sondern betrug nur noch etwa 40 Sekunden. Es wurde also ein richtig harter Kampf.
Als ich zum zweiten Mal nach Klagenfurt hinein lief und ich meinen Abstand zu Corinne bei der Wende sah, dachte ich mir nur, dass ich das heute schaffen werde. Ich lief bereits so lange in Führung und wollte mir diese Platzierung an diesem Tag nicht mehr nehmen lassen. Also sammelte ich alle meine Kräfte zusammen und drückte die letzten 5km noch einmal richtig aufs Tempo. Und es sollte reichen. Am Ende konnte ich den Ironman Klagenfurt mit 1:30min Vorsprung auf Corinne Abraham gewinnen. Danke an dieser Stelle, dass du das Rennen so spannend gemacht hast.

Ich freute mich riesig über den Sieg und es war so schön, dass meine Familie mit meiner Tochter im Ziel bereits auf mich warteten. Ein unvergessliches Erlebnis.

Ein großer Dank geht an alle meine Sponsoren. Danke an Erdinger Alkoholfrei, Seat Mayer Leobersdorf, Specialized, Zoot und Tri Styria, welche mir auch letztes Jahr treu zur Seite standen. Danke an das tolle Publikum, das alle Athleten am Renntag unterstützt hat. Es war wieder ein großartiger Tag und ich bin sehr glücklich, dass ich dabei sein durfte.

 

LG Eva